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ein hab ich noch :-)


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ein hab ich noch :-)

Beitragvon Zander Janky » Donnerstag 5. Januar 2012, 00:58

So fängt man Backfische

Allgemeines
Es wird ausschließlich auf Rogner gefischt. Milchner beißen nicht an, können aber, besonders vor der Laichzeit, sehr aggressiv werden. Sie haben schon manchem Angler ernsthafte Verletzungen zugefügt. Einen Backfisch-Rogner, der mit einem paarungswilligen Milchner beobachtet wird, sollte man besser nicht befischen. Mit dem von unten hochgezogenen Laichhaken des Milchners hat schon mancher Angler unliebsame Bekanntschaft gemacht.

Fangzeiten
Günstig sind die Frühjahrsmonate, besonders bei lauem, frühsommerlich warmem Wetter. Nebel, Regen, Kälte, aber auch übermäßige Hitze versprechen weniger Erfolg. Die Nachmittags-, besonders aber die Abendstunden, auch bis über den Einbruch der Dunkelheit hinaus, bringen die besten Fangchancen (Mondschein!). Extrem ungünstig ist dagegen der frühe Morgen.
Fangplätze
Solange der Backfisch in seinem Unterstand verborgen steht, ist ihm nicht beizukommen. Voraussetzung ist also, dass er seinen Unterstand verlassen hat. Dann ist er praktisch überall zu fangen. Günstig sind Küstengewässer, die Uferzone wärmerer Seen, das Gebiet um Springbrunnen und Badeanstalten, die Brandung in den Diskotheken, Ferien- und Reisewellen usw. An kalten und reißenden Gewässern bestehen weniger gute Fangaussichten.
Schonzeiten und Brittelmaße
Backfische unter 16 Jahren sind, wenn man sie versehentlich an den Haken kriegt, sofort unbeschädigt in ihr Element zurückzusetzen. Auch laichende Backfische und Backfische bei der Brutpflege dürfen nicht befischt werden. Vorsicht geboten ist auch bei Backfischen, die aus einer Zuchtanstalt entwichen sind.
Ausrüstung
Das Motto vieler Sportfischer "Zum Angeln sind die ältesten Klamotten gerade gut genug" kann für den Backfischfang nicht gelten. Die Kleidung sei sportlich, jugendlich, modern und gepflegt. Auch eine gewisse Saloppheit ist unter Umständen vorteilhaft. Autos, besonders Sportwagen (Liegesitze!), verbessern die Fangchancen um ein Beträchtliches. Ebenso eine gut gefüllte Brieftasche. Umstritten ist dagegen die Verwendung von Haarfärbemitteln und Toupets. Backfische haben empfindliche Riechorgane. Eine männlich herbe Witterung zieht an. Schweiß-, Alkohol- und Tabakgeruch (besonders von Zigarren) stoßen ab. Ähnlich wie beim Aalfang. Ebenso Mundgeruch.
Fangmethode
Mit Charme, Witz und etwas Frechheit werfen wir zunächst das Lockfutter aus. Früher; eine Tasse Kaffee. Heute eher Cola-Rum. Weitere Köder: Sekt, rote Rosen, Schmuck und Pelze. Bewährt hat sich oft die englische Methode "weit und fein". Also nicht mit zu grobem Zeug fischen und sich nicht zu auffällig bewegen. Scheinbares Desinteresse lockt den Backfisch eher aus der Reserve, als wenn man allzu plump auf ihn losgeht. Wo es möglich ist, sorge man für zärtliche Hintergrundmusik. Transistor und Autoradios machen es möglich. Auch verbessern sich die Fangaussichten bei Kerzenlicht. Wichtig ist, dass man sich neugierige Kiebitze energisch vom Leibe hält. Hat der Backfisch das Lockfutter und einen größeren Köder genommen, müssen wir anhauen. Entschlossen und sanftfühlig zugleich. Rachensperre und Totenholz erübrigen sich beim Backfischfang. Backfische sind nicht für den Kochtopf bestimmt. "Back" kommt bekanntlich nicht von Backen, sondern ist das englische Wort für "zurück". Backfische, auch wenn sie über 16 Jahre alt sind, werden also zurückgesetzt. Reine Sportfische sind es. Wir dürfen sie anlocken, drillen, fangen, fotografieren, doch um ihr Leben in der Küche zu beschließen, dafür sind sie einfach zu jung und auch irgendwie zu liebenswert.
Zander Janky
 

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