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Urlaub in Dänemark mit Erstfang und zwei Personal Bests


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Urlaub in Dänemark mit Erstfang und zwei Personal Bests

Beitragvon zandernichtfinder » Montag 3. September 2012, 22:40

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In den Ferien ging es mit der Familie nach Djursland im Südosten Jütlands. Nach zügiger und staufreier Fahrt kamen wir schon vorzeitig im Ferienort an.
Direkt waren wir von der tollen Landschaft mit riesigen, hügeligen Feldern und den großen Wasserflächen des Kattegat, der Verbindung von Nord- und Ostsee, begeistert.
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Leider trübte das üble Wetter den Eindruck erheblich: Dicke Gewitterwolken verdunkelten den Himmel, danach stürmte es und regnete wie aus Kübeln. Das Unwetter hielt dann bis zum frühen Abend an.
Das Ferienhaus war einfach, die Lage aber allererste Sahne: Von Wohnzimmer und überdachter Terrasse hatte man einen tollen Blick auf das nur etwa zweihundert Meter entfernte Wasser und sah alle möglichen Schiffe von Segelbooten bis zu großen Tankern und Containerschiffen nah vorbeiziehen.
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So aufgeheizt musste ich natürlich direkt am Abend mit den Ruten ans Meer. An der Brandungsrute lief nichts, aber an der Spinnrute hatte ich nach zwanzig Minuten schon den ersten guten Biss, leider blieb der Fisch nicht hängen. Kurz danach war es soweit, der erste Fisch hing am Blinker. Beim Einholen dachte ich wegen der Färbung der Flanke erst an einen kleinen Dorsch, den ich auf jeden Fall schonend mit der Hand landen und wieder einsetzen wollte, im letzten Moment aber erschreckte ich und zog glücklicherweise die Hand zurück: Es war ein Petermännchen. Hatte ich noch nie gefangen!
Der gefährliche Fisch wurde direkt getötet und versorgt. In der voranschreitenden Dämmerung ging noch ein zweites Petermännchen mit türkisblauer Tigerung auf den Blinker, dass ich dann ebenfalls vorsichtig landen und versorgen konnte.
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Wer Petermännchen nicht kennt und beim Angeln mal irgendwann antrifft, sollte sehr vorsichtig sein: Der Fisch ist einer giftigsten Tiere Europas und sticht mit seinen Kiemendeckeldornen und den ersten drei Rückenstacheln wehrhaft zu. Dabei pumpen die Fische ein Eiweißgift in ihre Opfer, das dem Gift der Klapperschlange ähnelt.
Es gibt Berichte von Anglern, denen dies widerfahren ist. Nach dem Biss setzten unerträgliche Schmerzen ein, die auch durch starke Tabletten nicht gemäßigt werden konnten, danach schwellte das gestochene Körperteil stark an. Wochen- bis monatelange Arbeitsunfähigkeit sind oft die Folge, vielfach hat man noch Jahre später Gift im Blut und plötzlich setzen dann wieder Schwellungen ein. Im Netz findet man dazu Fotos, die sprechen Bände…
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Abhaken und releasen ist nicht empfehlenswert, denn die Fische rasen nach dem Fang wie wild herum und bekommen gerade dann die Möglichkeit, ihren Stich zu setzen.
Es ist ratsam, nach einem Stich die Stelle direkt zu erhitzen, um möglichst viel von dem hitzeempfindlichen Gift unwirksam zu machen.
Petermännchen sind tolle Speisefische, beim starken Erhitzen wird das Gift unwirksam. Und übrigens:
Meine beiden haben nach dem Entfernen der Dorne und Stacheln in der Pfanne Platz genommen und haben wirklich gut geschmeckt.
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In der Dunkelheit tat sich dann nichts mehr, und zufrieden über den Erstfang dieser Art ging es dann hundemüde zum Ferienhaus.
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An den nächsten beiden Tagen machte das Wetter einige Kapriolen. Eine Spinntour brach ich nach Kurzem ab, um Sturm und Regen zu entkommen.
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Abends ging es dann wieder an die Petermännchenstelle, und ich konnte eine kleine Flunder an der Brandungsangel landen, die wieder behutsam zurückgesetzt wurde.
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Kurz hatte ich am Blinker einen guten Fisch, der aber wieder ausstieg. Sonst tat sich leider nichts, so dass es Zeit war, nach neuen Stellen Ausschau zu halten.
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Auf der Karte konnte ich eine interessante Uferstruktur entdecken, die sich aber im Niemandsland irgendwo hinter Wald und Wiesen befand. Nach einer landschaftlich tollen Tour an halbwilden Rindviechern vorbei erreichte ich nach einer guten Stunde die gesuchte Steilküste und fand dann auch den Weg zum Abstieg ans Wasser.
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Unweit vom Ufer waren viele Fischernetze gespannt, was vermuten ließ, dass die Stelle gar nicht so schlecht war. Nach einer guten Stunde hatte ich dann am Blinker auch den ersehnten, harten Biss, aber nach kurzem Kontakt stieg der Fisch wieder aus.
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Nachdem der Wind stark auffrischte und auf das Ufer drehte ging es in der frühen Dämmerung wieder zurück zum Auto.
Der erneut verlorene Fisch beschäftigte mich noch einige Zeit. Bei meinen Ersatzdrillingen fand ich einige dünndrahtige, waffenscheinpflichtig scharfe Owner ST 21. Ich setzte ab jetzt nur noch den ST 21 an einem zweiten Sprengring statt des Originaldrillings am Blinker ein, was sich später als sehr gute Änderung herausstellen sollte.
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Am nächsten Abend ging es dann mit der Spinnrute zu Fuß an die nächstgelegene Uferstelle, nur etwa 200 Meter vom Ferienhaus entfernt. Nach einigen Würfen auf maximale Distanz gab es auch schon den ersten Biss, Anhieb, und der Fisch hing. Ein schöner Hornhecht kam nach kurzer, aber heftiger Gegenwehr ans Ufer. Eine halbe Stunde später der nächste gute Hornhecht, und in vorangeschrittener Dämmerung biss der dritte Hornhecht, diesmal nah am Ufer. Mit dem neuen Drilling konnte ich alle Bisse verwerten: Toller Sport und schöne Fische!
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Für den nächsten Tag hatten wir ein Kajütboot gemietet und nach kurzer Einweisung ging es auf die schöne See.
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Der Vermieter wies uns an, die Bucht nicht zu verlassen, da eine Schlechtwetterfront zu erwarten war.
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Leider sollte er Recht behalten, nach einer knappen Stunde mussten wir wegen einsetzender Böen und Starkregens den Hafen wieder ansteuern. Erst am späten Nachmittag ging es dann wieder los. Aber weder das Schleppen mit kleinen Wobblern noch das Grundangeln mit Würmern auf Plattfische brachten Erfolg. Ursache dafür waren vor allem die unzähligen Quallen in diesem Teil der Bucht, die in den Haken hängenblieben und auch die Krabben, die am Grund die Würmer abzogen.
Und kleiner Tipp nebenbei: Vorsicht beim Pinkeln, wenn man vorher Quallen vom Blinker entfernt hat, da hat man länger von.
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Leider musste das Boot um 20 Uhr wieder am Steg angelegt werden, so dass ich noch schnell ein paar Würfe mit meinem amerikanischen Meeresblinker machte. Ein weiter Wurf in Richtung Mitte der Bucht, Biss, heftige Gegenwehr und dann kam eine tolle Makrele ins Boot. Wow, Personal Best, die feiste Getigerte hatte satte 39 cm.
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Bei der Rückfahrt mit dem Boot schleppte ich den Blinker und hakte noch einen Hornhecht, der aber am Boot wieder abkam.

Danach ging es noch kurz in vorangeschrittener Dämmerung an den hausnahen Strandabschnitt, und wieder konnte ich mit dem Blinker punkten und einen schönen Hornhecht landen.

Der letzte Tag vor der Abreise war gekommen, und da der bewährte Strandabschnitt auf einmal von vielen Anglern befischt wurde, nahm ich den Rat des Bootsvermieters an und angelte von einem Steg im Nachbarort. Er meinte, man hätte aber hier oft nur mit wirklich weiten Würfen eine Chance, und so keulte ich den Blinker gegen den Wind auf maximale Distanz.
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Auf einmal hatte ich wieder einen guten Fisch dran, weit draußen gehakt. Erst dachte ich an einen Hornhecht, dann zweifelte ich, da der Fisch noch ausdauernder als die ohnehin schon kampfstarken Hornis war. Dann konnte ich den Kämpfer landen: Es war tatsächlich ein Hornhecht, richtig fett und 69 cm lang. Wahnsinn, wieder Personal Best!
Dem Horni folgte ein weiterer von 64 cm., dann gab es noch eine 30er und eine tolle 38er Makrele.
Dann wieder ein sehr starker Fisch am Blinker, knackiger Drill bis zum Ufer, noch eine wilde Flucht und ein Sprung und es war geschehen: Im letzten Moment konnte ich noch die silberne Flanke einer etwa 60er Meerforelle erkennen, aber sie hatte sich vom Haken befreit und war ab.
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So ein Mist! Konnte die verlorene Mefo aber nachher doch gut verschmerzen, auch in einer solchen Sternstunde funktioniert nicht immer alles und ich war mit der tollen Makrele sowie dem Hornhecht-Pb sehr zufrieden.
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Als am nächsten Tag die Abreise anstand musste ich unbedingt noch einmal vor der Heimfahrt für zwei Stunden ans Wasser.
Es ging wieder an den Steg und ich konnte tatsächlich noch einmal einen guten Horni weit draußen haken und landen.

Zufrieden ging es dann auf Heimfahrt. Trotz einiger Wetterkapriolen war der Urlaub klasse:
Djursland mit seinen netten Einwohnern, der tollen Landschaft und dem Kattegat sieht mich wieder. Obwohl ich zu keiner Zeit raubende Fische an der Oberfläche ausmachen konnte, war die Angelei toll. Erstfang beim Petermännchen und Pbs bei Hornhecht und Makrele waren große Klasse. Die Fische mussten gesucht und erkämpft werden, und bestimmt bieten sich hier noch viel mehr Möglichkeiten, die es zu erkunden gilt.
ICH KOMME WIEDER!

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Beitragvon ZanderDieter » Dienstag 4. September 2012, 17:43

a17 Danke für den schönen ausführlichen Bericht.Und erfolgreich warst Du auch!Anglerherz was willst Du mehr.Wir sehen Uns!
a11 beim
Gruss Dieter! a8
Immer am Rhein! Immer am Fisch!

Scheisswetter ist Beisswetter!
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Beitragvon jojo » Dienstag 4. September 2012, 18:21

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schöner Bericht a1
petri tolle fische
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gruß jojo
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Beitragvon petriman » Dienstag 4. September 2012, 20:13

Das ist Super angeln Stories .
Gut gelingen.
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Hast du Zander an der Rute,
Von den habe ich zehn in der Tüte .
;)
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Beitragvon welssucher » Montag 10. September 2012, 19:01

Wenn ich mir vorstelle...dat Pittermännschen hat Dich gepiekst....

wat soll ich denn ohne meine Blondine?

ich hät dat Ding KKKKaputtttt jemacht......ausgerottet a16

Aber super geschriebener Roman....Alter Freund,hätte Dir diesmal Deine Mefo gegönnt.....nun bald auch MEfonichtfinder a7


kommt schon noch....... s20
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Beitragvon Cusack » Dienstag 18. September 2012, 20:20

Klasse Bericht.
Hat mir richtig Spass gemacht ihn zu lesen.

Gruß Kai
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Super!

Beitragvon Max80 » Mittwoch 24. Oktober 2012, 09:42

Super berichtet. Hat viel Spaß gemacht zu lesen. Was hast du denn für Blinker gefischt?
Arbeiten ist etwas für Menschen die nicht Angeln können!!!
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Beitragvon Sir Atze » Mittwoch 24. Oktober 2012, 21:42

Geiler Bericht! a1

Sehr ausführlich und unterhaltsam.

Danke! a15
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