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Erste tote Fische in der Donau


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Erste tote Fische in der Donau

Beitragvon Barschkönig » Donnerstag 7. Oktober 2010, 21:47

Die Umweltkatastrophe in Ungarn weitet sich aus: Am Zusammenfluss von Raab und Donau sind tote Fische entdeckt worden. Umweltschützer erwarten Langzeitfolgen.
Der bei einem Unfall in einer Aluminiumfabrik ausgelaufene Giftschlamm erreichte am Donnerstag die Donau, wie die ungarischen Behörden mitteilten. An der Raab-Mündung sei im Wasser der Donau ein pH-Wert von 9,1 gemessen worden. „Diesen Wert können Fische nicht überleben“, sagte der Chef der regionalen Katastrophenschutzbehörde, Tibor Dobson.

„Das war umsonst“
Auf einer bis zu 14 gehenden Skala sind pH-Werte bis sechs sauer und ab acht alkalisch. Werte zwischen sechs und acht sind neutral. Normalerweise hat das Wasser einen Wert von acht.

Nach dem Unfall am Montag waren Schutzmaßnahmen eingeleitet worden, um die Ausbreitung der giftigen Schwermetalle in den Flussgebieten westlich von Budapest zu verhindern. Arbeiter und Feuerwehrleute verteilten mehrere Tonnen Gips zur Neutralisierung des Gifts. „Das war umsonst“, sagte Dobson der ungarischen Nachrichtenagentur MTI. So sei das gesamte Ökosystem des Raab-Zuflusses Marcal zerstört. „Alle Fische sind tot, und wir konnten auch die Vegetation nicht retten.“
Siedlung unbewohnbar
Am Montag waren aus einem Auffangbecken in der Aluminiumfabrik Ajka, 165 Kilometer westlich von Budapest, etwa 1,1 Millionen Kubikmeter hochgiftiger roter Schlamm ausgelaufen. Vier Menschen starben, darunter ein Kleinkind, mehr als 120 weitere wurden verletzt und drei Menschen wurden noch immer vermisst.

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban sagte bei einem Besuch in dem von dem Unglück betroffenen Dorf Kolontar, der vollständige Wiederaufbau der Siedlung werde vermutlich nicht möglich sein. „Wahrscheinlich muss ein neuer Ort für die Bewohner gefunden werden, denn hier zu leben ist unmöglich.“ Finanzielle Hilfe aus dem Ausland brauche Ungarn nicht, aber das Land sei offen für Ratschläge von Experten. Die EU-Kommission bot Ungarn und anderen betroffenen Staaten Hilfe an.

Die rumänische Wasserbehörde rechnete am Donnerstag nach Angaben eines Sprechers damit, dass das Gift in der Donau Rumänien am Samstag erreichen könnte. Die Behörde stehe in engem Kontakt mit den ungarischen Kollegen, sagte der Sprecher. Mitarbeiter der Behörde beklagten dagegen eine unvollständige Informationspolitik hinsichtlich der im Wasser enthaltenen Giftstoffe.

Umweltschützer erwarten Langzeitfolgen. Diese ließen sich noch nicht absehen, weil die Zusammensetzung des Schlamms und sein Schwermetall-Gehalt noch nicht bekannt sind. Greenpeace hatte erste Laborergebnisse für diesen Freitag angekündigt. Dem ungarischen Katastrophenschutz zufolge ist die Giftbrühe in dem betroffenen Gebiet noch nicht ins Grundwasser gesickert.
ott/AFP
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