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Fischerei im Atlantik


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Fischerei im Atlantik

Beitragvon Barschkönig » Sonntag 28. November 2010, 16:35

Der Rote Thunfisch ist durch Überfischung extrem gefährdet, doch die zuständige internationale Kommission konnte sich nicht einigen, die Fangquoten zu drosseln. Immerhin wird der Schutz mehrerer Haiarten und Meeresschildkröten verbessert.

Paris - Die Fangquoten für den bedrohten Roten Thunfisch bleiben fast unverändert. Darauf einigten sich am Wochenende die Delegierten der Konferenz der Internationalen Kommission für den Schutz des Atlantischen Thunfischs (Iccat). Die Mehrheit der 48 Mitgliedstaaten beschloss, dass die jährliche Thunfisch-Fangmenge um lediglich vier Prozent auf 12.900 Tonnen gesenkt wird. Die Neuverhandlung verschiedener Fangquoten zog sich über zehn Tage. Umweltschützer hatten auf ein Verbot des Thun-Fangs gehofft. 2009 war die Quote um 8500 Tonnen auf 13.500 Tonnen (im laufenden Jahr) gekürzt worden.

Im Juni hatte die EU-Kommission die diesjährige Fangsaison im Mittelmeer und im Ostatlantik aus Sorge um die Bestände vorzeitig beendet. Im März war bei einer Konferenz der Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens (Cites) ein Vorschlag Monacos abgelehnt worden, den internationalen Handel mit dem Blauflossen-Thunfisch, wie die Art auch genannt wird, zu verbieten. In der EU verfügen vor allem Frankreich, Spanien, Malta und Italien über große Thunfischflotten. Hauptabnehmer ist Japan, wo 80 Prozent des im Ostatlantik und im Mittelmeer gefangenen Roten Thuns verbraucht werden.

Die Pariser Einigung sieht eine leichte Umverteilung des Fangquoten-Anteils unter den betroffenen Ländern vor, insbesondere unter Algerien, Libyen, der Türkei und Ägypten. Die EU-Staaten behalten ihren Anteil von 56 Prozent an der Fangquote.

Umweltschützer sind enttäuscht. "Dem Roten Thunfisch wurde erneut der Schutz verweigert, den er dringend benötigt", sagte Sue Lieberman von der US-Umweltorganisation Pew Environment Group in Paris. Die Organisation Oceana erklärte, die Konferenz bedeute für den Roten Thunfisch "ein deutliches Scheitern". Die in Paris anwesenden Staaten seien "nicht in der Lage gewesen, die Arten zu schützen, für die sie zuständig sind", sagte der Oceana-Vertreter Michael Hirshfield.

Besserer Schutz für bedrohte Haie

Geschützt sind im Atlantik künftig ein halbes Dutzend Haiarten: Weißspitzen-Hochseehaie sowie verschiedene Arten des Hammerhais dürfen nicht mehr gefangen werden. Haie im Atlantik sind durch die steigende Nachfrage nach Haifischflossensuppe auf dem asiatischen Markt bedroht.

Ein Antrag der Europäischen Union, den im nordöstlichen Atlantik und im Mittelmeer bedrohten Heringshai unter denselben Schutz zu stellen, wurde dagegen abgelehnt. "Kanada hat darauf beharrt, den Heringshai nicht aufgeben zu wollen", sagte die Meereswissenschaftlerin Elizabeth Wilson von Oceana. Die USA scheiterten mit ihrem Antrag auf Fangquoten für den Kurzflossen-Mako. Die Hälfte der Teilnehmerländer seien dagegen gewesen, sagte Wilson.

Beim industriellen Fischfang wurden 2008 einem jüngsten Bericht zufolge 1,3 Millionen Haie aus dem Atlantik gezogen. Die Dunkelziffer soll jedoch weit darüber liegen.

Nach einem Beschluss der Iccat müssen Fischer im Atlantikraum künftig eine Spezialausrüstung bei sich tragen, mit der sie Meeresschildkröten von Angelhaken befreien könnten.
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